DIN EN ISO 15797: Industrielle Wäsche von Berufs- und Schutzkleidung
DIN EN ISO 15797 beschreibt die Prüfverfahren, mit denen sich nachweisen lässt, dass Berufs- und Schutzkleidung eine industrielle Aufbereitung übersteht — ohne Schrumpf, Farbverlust oder Funktionsverlust. Sie ist damit die Grundlage jeder professionellen PSA-Pflege.
Kurzfazit
Die Norm prüft nicht die Schutzwirkung selbst, sondern ob Kleidung industrielle Wäsche und Trocknung dauerhaft verträgt. Erst in Kombination mit den Schutznormen (EN ISO 11612, EN ISO 20471, EN 1149-5) entsteht ein belastbares Pflegekonzept.
Definiert industrielle Wasch- und Trocknungsverfahren als Referenz
Prüft Maßänderung, Aussehen und Gebrauchstauglichkeit
Grundlage für Pflegekennzeichnung und Herstellerfreigaben
Voraussetzung für den Funktionserhalt von Schutzkleidung
DIN EN ISO 15797 legt standardisierte Wasch- und Trocknungsverfahren für die industrielle Aufbereitung von Berufskleidung fest. Definiert sind unter anderem Waschtemperaturen, Flottenverhältnisse, mechanische Belastung sowie unterschiedliche Trocknungsarten — vom Tunnelfinisher über den Trockner bis zur Muldenmangel.
Geprüft wird anschließend, wie sich das Kleidungsstück nach einer festgelegten Zahl von Zyklen verhält: Maßänderung (Schrumpf), Erscheinungsbild, Nahtfestigkeit und Verhalten der Ausrüstung. Die Norm bewertet also die Aufbereitbarkeit, nicht die Schutzleistung.
Was das für die Pflege bedeutet
Wer Schutzkleidung im Haushaltswaschgang oder bei einem Dienstleister ohne definiertes Verfahren wäscht, verlässt den Rahmen, für den der Hersteller das Teil freigegeben hat. Typische Folgen: geschrumpfte Hosenbeine, ausgehärtete Membranen, Weichspülerrückstände auf antistatischen Geweben, nicht mehr haltende Imprägnierungen.
In unserer Wäscherei in Zwickau laufen Berufs- und Schutzkleidung deshalb in abgestimmten Programmen: definierte Temperatur- und Chemiekurven, Trocknung nach Materialgruppe, kein Weichspüler bei Funktionstextilien und eine Sichtprüfung vor der Rückgabe.
Worauf Betriebe achten sollten
Prüfen Sie beim Einkauf, ob die Kleidung ausdrücklich für die industrielle Wäsche nach DIN EN ISO 15797 ausgelegt ist — das steht im Datenblatt und im Pflegeetikett. Legen Sie außerdem fest, wer die Pflege verantwortet: Sobald PSA privat gewaschen wird, hat der Betrieb keinen Nachweis mehr über Zyklen und Zustand.
Sinnvoll ist eine Einzelteil-Erfassung: Jedes Stück bekommt eine Kennung, jeder Durchlauf wird dokumentiert. So lässt sich belegen, wann ein Teil zuletzt gewaschen, imprägniert, repariert oder ausgesondert wurde.
Sie möchten wissen, wie sich das für Ihren Betrieb umsetzen lässt? Wir schauen uns Ihren Bestand an und erstellen ein Angebot mit klaren Durchlaufzeiten.
Häufige Fragen
Ersetzt DIN EN ISO 15797 die Schutznormen?
Nein. Die Norm beschreibt die industrielle Aufbereitung. Ob ein Kleidungsstück hitzebeständig, antistatisch oder gut sichtbar ist, regeln eigene Normen wie EN ISO 11612, EN 1149-5 oder EN ISO 20471. Erst zusammen ergibt sich ein vollständiges Bild.
Darf Schutzkleidung zu Hause gewaschen werden?
Praktisch fast nie sinnvoll. Haushaltsmaschinen erreichen weder die definierten Verfahren noch eine dokumentierte Nachverfolgung. Zudem können Waschmittelrückstände und Weichspüler Schutzfunktionen beeinträchtigen. Betriebe verlieren so den Nachweis über den Zustand der PSA.
Wie viele Wäschen hält Berufskleidung aus?
Das hängt von Material, Ausrüstung und Belastung ab. Hersteller geben häufig eine maximale Zyklenzahl an. Entscheidend ist die laufende Kontrolle: Wir prüfen Nähte, Reflexstreifen, Membranen und Imprägnierung bei jedem Durchlauf und melden Teile, die ausgesondert werden sollten.