DIN EN ISO 11612: Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen
Kleidung nach DIN EN ISO 11612 schützt vor kurzzeitiger Flammeneinwirkung, Strahlungs- und Kontaktwärme sowie flüssigen Metallspritzern. Ihre Schutzwirkung hängt unmittelbar davon ab, wie sie gepflegt wird.
Kurzfazit
Flammschutzausrüstungen altern durch Wäsche, Kontamination und mechanische Belastung. Inhärent ausgerüstete Fasern sind robuster als nachträgliche Ausrüstungen — bei beiden entscheidet ein definiertes Waschverfahren über den Restschutz.
Schutzcodes A1/A2 sowie B bis F je nach Wärmebelastung
Öl- und Fettanhaftungen setzen den Flammschutz außer Kraft
Kein Weichspüler, keine handelsüblichen Bleichmittel
DIN EN ISO 11612 definiert Anforderungen an Kleidung, die vor Hitze und Flammen schützt. Der begrenzte Flammenausbreitungstest (Code A1 für Oberflächen-, A2 für Kantenbeflammung) ist Pflicht, hinzu kommen wahlweise Konvektionswärme (B), Strahlungswärme (C), Spritzer flüssigen Aluminiums (D), Eisenspritzer (E) und Kontaktwärme (F) — jeweils mit Leistungsstufen.
Geprüft wird immer das Gesamtsystem aus Gewebe, Nähgarn, Reißverschlüssen und Reflexmaterial. Deshalb darf an solcher Kleidung auch nicht beliebig repariert oder umgenäht werden.
Was das für die Pflege bedeutet
Der größte Risikofaktor in der Praxis ist Verschmutzung: Öl, Fett, Lösemittel oder Späne auf dem Gewebe sind brennbar — die beste Flammschutzausrüstung nützt dann wenig. Eine gründliche, materialgerechte industrielle Wäsche stellt die Schutzwirkung deshalb eher wieder her, als sie zu gefährden.
Entscheidend ist das richtige Verfahren: abgestimmte Temperaturen, keine Weichspüler oder optischen Aufheller, keine chlorhaltigen Bleichmittel und eine Trocknung, die das Gewebe nicht übertrocknet. Bei nachträglich ausgerüsteten Baumwollgeweben ist die Zyklenzahl begrenzt; inhärente Fasern wie Aramid oder Modacryl behalten ihre Eigenschaften über die Lebensdauer.
Worauf Betriebe achten sollten
Legen Sie fest, welche Schutzcodes Ihre Arbeitsplätze verlangen — Schweißarbeitsplätze brauchen andere Kleidung als eine Gießerei. Halten Sie Mischbestände auseinander: Ein einzelnes nicht normkonformes Unterhemd kann im Ernstfall die gesamte Schutzwirkung entwerten.
Dokumentieren Sie Wäschezyklen und Zustand pro Einzelteil. Beschädigte Flammschutzkleidung wird nicht mit normalem Garn geflickt, sondern in der Fachschneiderei mit geeignetem Material instandgesetzt — oder ausgesondert. Wir melden solche Teile aktiv zurück, statt sie einfach mitzuliefern.
Sie möchten wissen, wie sich das für Ihren Betrieb umsetzen lässt? Wir schauen uns Ihren Bestand an und erstellen ein Angebot mit klaren Durchlaufzeiten.
Häufige Fragen
Verliert Flammschutzkleidung durch Waschen ihre Wirkung?
Bei fachgerechter industrieller Wäsche nicht. Kritisch sind falsche Waschmittel, Weichspüler, zu hohe mechanische Belastung und vor allem Restverschmutzung durch Öl oder Fett. Nachträglich ausgerüstete Gewebe haben zudem eine vom Hersteller begrenzte Zyklenzahl.
Was bedeuten die Codes A1, A2, B, C, D, E und F?
A1 und A2 stehen für den begrenzten Flammenausbreitungstest, B für Konvektionswärme, C für Strahlungswärme, D für Aluminiumspritzer, E für Eisenspritzer und F für Kontaktwärme. Jeder Buchstabe außer A hat Leistungsstufen von 1 bis 3 beziehungsweise 4.
Ja, aber nur fachgerecht mit normkonformem Material und Garn. Brandlöcher, gerissene Nähte oder defekte Reißverschlüsse setzen wir in unserer eigenen Schneiderei instand. Lässt sich die Schutzwirkung nicht sicher wiederherstellen, empfehlen wir die Aussonderung und dokumentieren das.